Die Pleite kommt nach der vierten Krise

Die Pleite kommt nach der vierten Krise

Erkennen Sie die Signale

Ein Unternehmen bekommt nicht "einfach so" finanzielle Probleme. Meistens haben sich diese weit vorher angekündigt, aber die Unternehmensführung hat sie ignoriert.

1. strategische Krise

Die Geschäfte laufen sehr gut, der Betrieb macht Gewinn wie bisher. Die Geschäftsidee mit der man Geld verdient ist aber schon etwas ausgelutscht. Hier lauern für Chefs einige Gefahren:

  1. Sie übersehen, dass man sich der Marktsituation und den Kundenansprüchen anpasst.
  2. Sie haben eine neue Geschäftsidee, die sie so toll finden, dass das ursprüngliche Geschäftsfeld vernachlässigt wird. Und das ohne zu wissen, ob die neue Idee wirklich Geld bringt.
  3. Sie haben ganz viele neue Ideen: Heute hier, morgen dort. Die Mitarbeiter wissen nicht mehr, wofür die Firma steht.
  4. Der große Erfolg des Betriebs erzeugt ein so hohes Wachstum, dass die Firmenstrukturen nicht schnell genug mitwachsen können. Man nimmt halt alles mit, was geht.
  5. Der große Erfolg verleitet sie dazu, die Firma zu vernachlässigen. Sie werden zum Aktienprofi, kaufen Immobilien und haben noch viele andere Ideen, die mit der Firma nichts zu tun haben.
  6. Die Qualifikation der Mitarbeiter kann mit den sich ändernden Erfordernissen nicht mithalten, weil man so im Tagesgeschäft feststeckt, dass dafür keine Zeit ist.

Das Tückische an dieser Krise ist: Es ist eine stille Krise. Alle haben sehr viel Arbeit, keiner hat Zeit sich mit der neuen strategischen Ausrichtung der Firma zu beschäftigen. Wer jetzt richtig reagiert hat noch die volle finanzielle Power um etwas zu verändern.

2. Rentabilitätskrise

Die fehlende oder schlechte Strategie rächt sich jetzt. Aufträge bleiben aus. Bei Aufträgen die man hat, verdient man weniger Geld als vorher. Der schleichende Gewinnschwund sorgt dafür, dass immer weniger Geld für Investitionen bleibt. Fehler die in dieser Krise gemacht werden: Die Schuld wird beim Markt, den Kunden und den Mitarbeitern gesucht. Oder es wird beschwichtigt: "Das ist alles nur vorübergehend.". Der Chef verschließt die Augen vor der Realität.

3. Ertragskrise

Jetzt schreibt der Betrieb "endlich" rote Zahlen. Die Verluste fressen die Rücklagen auf. Mitarbeiter kündigen "plötzlich". Der Chef hat immer mehr Arbeit. Viele Chefs im Handwerk bemerken hier immer noch nicht, dass ihnen der Wind der Talfahrt voll ins Gesicht bläst. Der Grund: Sie sind damit beschäftigt Kundenaufträge abzuwickeln und für ihre Geschäftszahlen interessieren sie sich nicht. "So lange Geld auf dem Konto ist, ist alles gut" ist ein oft gehörtes Zitat in dieser Krise. Um die Zahlen soll sich doch bitte der Steuerberater kümmern.

4. Liquiditätskrise

Das Geld ist weg, Lieferanten können erst bezahlt werden, wenn ein Kunde mal wieder was überweist. Der Druck auf den Unternehmer steigt und steigt. Ein Chef-Zitat aus dieser Krise: "Die Lieferanten müssen halt auch mal auf ihr Geld warten. Meine Kunden zahlen nie pünktlich.". Die Auskünfte der Banken werden immer schlechter. Lieferanten verhängen Lieferstopps, bzw. bestehen auf Vorkasse. Dies beschleunigt die drohende Insolvenz.

Fazit

Je früher ein Chef die Krise bemerkt, desto leichter lässt sie sich überwinden. Hat man in der 1. Krise noch viele Ressourcen für eine Veränderung, so ist in der letzten das Gegenteil der Fall.

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